"Handeln, das ist, wozu wir da sind."

 

 

 

Brief an zwei gute und liebe Freundinnen, Assy + Binky
Oberfranken, 23. Januar 2005 / Kreiensen, 10. März 2009

Liebe Assy,

Gerade habe ich mir ein paar Bilder angeschaut. Du siehst aus, so, als ob ich nur rufen brauche, und dann kommst Du her zu mir und lässt Dich von mir kraulen. Oder legst Dich zufrieden neben mich auf den Teppich, seufzt kurz und schläfst ein. Ja, schlafen tust Du, aber nicht hier oben bei mir, sondern unten im Garten...

Als Welpe warst Du ein Energiebündel, tagsüber aufgedreht und oft richtig nervig. Schlafpausen zwischendurch?! Wozu ist die Nacht da!!

Die ersten drei Jahre warst Du tagein tagaus mit mir im Außendienst unterwegs. Du hast in jedem Hotel mit übernachtet. Du warst immer bei den Kunden mit dabei, Du warst bei jeder Schulung, jedem Seminar, jeder Veranstaltung, immer dabei. Du hast Dich überall wohlgefühlt. 

Nach 4 Tagen Seminar wurde ich gefragt wo ich Dich die ganze Zeit gelassen hatte. Du lagst neben mir auf dem Stuhl, auf meinem Pullover. Für Dich war nur wichtig Dein Herrchen immer in der Nähe zu haben.   

Nach diesen drei Jahren kam die Binky zu uns ins Haus. Du hast das pechschwarze Kerlchen sofort, an Mutterstelle, aufgenommen. Binky und Du waren unzertrennlich.

Überall wo wir hinkamen wart ihr die Lieblinge vieler: habt mit den Kindern - oder mit den Erwachsenen - gespielt, geschmust - ihr wart einfach immer nur 100%ig lieb.

Mit der Zeit wurde unser Zusammenleben immer intensiver. Egal wo, Du warst immer mit im Mittelpunkt. Wir waren Partner. Wer Dich jetzt sah, konnte nicht glauben, wie ungestüm Du in Deiner Jugendzeit warst. Für uns warst Du ganz einfach der Traumhund.

Unseren großen Garten hast Du noch voll und ganz genossen. Nach Weihnachten 2004 aber begann Deine Zeit schon abzulaufen. Der Tumor in Deinem kleinen Körper wuchs, ohne dass wir schon davon wussten. Nach der endgültigen Diagnose am 10. Januar versuchte ich, Dir wenigstens mit Medikamenten zu helfen, nachdem eine Operation nicht mehr in Frage kam. Mit Hilfe von Schmerzmitteln solltest Du noch eine recht gute Zeit haben. Die Krankheit hat dabei leider nicht mitgespielt.

Bald war Dir alles zuviel. Deine geliebten Spaziergänge in Wald & Flur konntest Du schon länger nicht mehr machen, aber wenigstens im Garten Schnüffeln ging noch. Du hattest noch ein paar schöne Tage mit Herrchen, Frauchen und Binky, die Du bestimmt genossen hast.

Deine Kraft hat Dich leider immer mehr verlassen. Zuerst konntest Du noch ganz gut laufen, dann fiel Dir auch das immer schwerer. Du konntest Dich nicht einmal mehr richtig hinlegen, die Tumore in Dir waren einfach schon zu groß.

Doch die Krebszellen breiteten sich aus, Dein Bauch wurde immer dicker und hinderte Dich am Liegen und Laufen. Du hast nicht gejammert, sondern alles geduldig ertragen. Aber man konnte Dir ansehen, wie anstrengend das alles für Dich war. Und Du hattest jetzt vermutlich auch Schmerzen.

Dann ging ich Dich eines Morgens begrüßen, und Du konntest nicht richtig aufstehen, sondern hast mich nur mit bittenden Augen angesehen. Draußen musstest Du immer wieder Verschnaufpausen einlegen, und drinnen hattest Du Angst, Dich wieder hinzulegen. Wieder schautest Du mich einfach nur an, ganz lange, und da wusste ich, dass Du nicht mehr weiter kämpfen wolltest.

Wir haben diesen ganzen Tag noch einmal ausgiebig miteinander geschmust. Du hast noch viele Leckerlies und Markies bekommen, aber auch das Fressen hat Dich sehr angestrengt. Du warst einfach nur noch müde.

Im Garten hast Du noch Passanten und andere Hunde verbellt. Auf dem Sofa, auf meinem Schoß, bekamst Du die Narkosespritze, die Dir endlich die Schmerzen nahm. Ganz ruhig hast Du Dich hingelegt, endlich, endlich verschwand die Anspannung aus Deinem Gesicht, die sich in den letzten Tagen unbarmherzig dort hineingeschlichen hatte. Da lagst Du, als ob Du friedlich schlafen würdest, als ob man Dich nur rufen bräuchte, und Du würdest in die Küche kommen, um Dir Futter abzuholen.

Wir streichelten Dich immer wieder zum Abschied und Binky hat Dir zum Abschied die Pfote gereicht. Du hättest ihr noch viel mitgeben können, aber Du hast ihr auch so schon viel gegeben.

Gestern, am 9. März 2009, ist auch die Binky von uns gegangen.

Nun liegt Ihr beide im Garten, Assy in Bayern und Binky in Niedersachsen, und ich sage in Gedanken leise "hallo Assy, hallo Binky" zu Euch, wenn ich vorbeigehe und zum Erdhügel schaue.

Wir wünschen Euch beiden viel Spass beim gemeinsamen herumtoben im Hundehimmel.

Frauchen + Herrchen vermissen euch sehr. Ihr beide wart einfach zwei freundliche Hunde, und es gab nur sehr wenige, die euch nicht gerne mochten. Wir hätten euch so gerne noch länger bei uns gehabt, aber wir wollten euch auf keinen Fall leiden lassen. Ihr habt uns so viel gegeben, und euch gehen zu lassen war das einzige, was wir noch für euch tun konnten.

Grüßt bitte die Mike, den Micky, die Cita und die Chicky von uns in der anderen Welt, in der ihr beide jetzt seid, und schaut zu sechst noch ab und zu ein bisschen zu uns herunter.

Macht's gut, liebe Assy und liebe Binky, wir werden euch nie vergessen. Es ist so schön, dass ihr bei uns wart und uns so viel geschenkt habt.

In Liebe

Euer Frauchen + Euer Herrchen

 


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Stand: 09.04.2012